Im Rahmen der Initiative boden:ständig des Amtes für ländliche Entwicklung Oberfranken führte das GeoTeam Bayreuth in Zusammenarbeit mit dem Forum Zukunftswald e.V., dem AELF Coburg-Kulmbach, der Waldkorporation Weitramsdorf und der WBV Coburger Land e. V. am 13. März den inzwischen dritten Waldbaunachmittag in Weitramsdorf durch.
Die Veranstaltung wurde von zahlreichen interessierten Land- und ForstwirtInnen, BürgerInnen aus Weitramsdorf und umliegenden Gemeinden sowie VertreterInnen von Verbänden, Behörden und Gemeinden besucht. Der Waldbaunachmittag diente der praxisnahen Wissensvermittlung von zukunftsfähigen und ökonomischen Verfahren einer klimaresilienten Waldbewirtschaftung, die auch dem Landschafts-Wasserhaushalt zu Gute kommt.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Felix Gleißner aus unserer Abteilung Bodenschutz & Landschaftswasserhaushalt und der Vorstellung der Referenten, ging es ins Gelände, wo theoretische Inhalte und praktische Übungen für die gut 30 Teilnehmenden vorbereitet waren.
An den ersten beiden Stationen wurden Pflegemaßnahmen in zwei dicht stehenden Jungbeständen besprochen. Zunächst sollten sich die Teilnehmenden einen Überblick über die Bestände verschaffen, anschließend wurden das Vorgehen bei der Auswahl von Zukunftsbäumen sowie die dafür notwendigen Maßnahmen erläutert. Die Referenten Gregor Aas und Ottmar Ruppert betonten dabei insbesondere die Bedeutung einer möglichst minimalen und schadensarmen Durchführung von Eingriffen im Bestand.

Auf einer Fläche wurde die Freistellung und Dimensionierung einer Birke demonstriert. Pionierbaumarten wie Zitterpappeln und Birken wurden bislang häufig nur wenig gefördert – Im Hinblick auf den Klimawandel und die sich zunehmend verändernden Witterungsbedingungen gewinnen jedoch auch schnell wachsende Baumarten für eine wirtschaftliche Waldbewirtschaftung immer mehr an Bedeutung.
An einer weiteren Station wurde ein Nadelholzbestand bewertet. In einem idealen, stabilen und widerstandsfähigen Bestand sollten alle „Etagen“ der vertikalen Struktur des Waldes vertreten sein, also beispielsweise auch Bäume jeden Alters. Zudem wurde die Förderung einer vitalen Baumkrone hervorgehoben.

Die letzte Station zeigte Möglichkeiten zur Wiederbewaldung eines Bestandes auf. Um den Pflanzaufwand möglichst gering zu halten, wurde neben der Naturverjüngung auch die Methode des Nelderrads erläutert. Diese äußerst arbeitswirtschaftliche, strahlenförmige Pflanzmethode wird bereits in einigen Gebieten Mittelfrankens erfolgreich angewendet.
Zusammenfassend war der dritte Waldbaunachmittag ein großer Erfolg. Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse. Auch zwischen den einzelnen Stationen entwickelte sich ein intensiver fachlicher Austausch, bei dem Erfahrungen geteilt und Fragen zum Waldbau an den eigenen Flächen diskutiert wurden. Wir danken für den lebhaften Austausch sowie den Mitveranstaltern, insbesondere Herrn Ulrich Kräußlich von der Waldkorporation Weitramsdorf und den Herren Ottmar Ruppert und Dr. Gregor Aas vom Forum Zukunftswald e. V.

